Golfstaaten zwischen Freund und Feind: Auf dem Papier sind die USA der engste Verbündete der Region, sichern sie militärisch ab – von Bahrain bis Katar. Noch vor einem Jahr wurde Donald Trump am Golf mit großen Gesten empfangen, begleitet von milliardenschweren Versprechen. Doch trotz dieser Nähe griff Washington Iran an – offenbar gegen den Rat einiger Golfherrscher. Seither hat der Konflikt die Region erfasst, auch der Energiesektor gerät ins Visier. Die Schäden sind immens, das Verhältnis zu Iran zerrüttet, das Vertrauen in die USA erschüttert. Rund um die Straße von Hormus wird deutlich, wie fragil die Machtbalance am Golf geworden ist – und wie schnell aus engen Partnern riskante Verbündete werden. (Autor: Ramin Sina / ARD Kairo) / Russland: Krieg und Sanktionen – wohin Russen reisen: Internationale Touristikmesse in Moskau. Russlands Fenster zur Welt, größer als vermutet. Auch nach vier Jahren Krieg gibt es für Russinnen und Russen nur wenig Einschränkungen beim Reisen – trotz der westlichen Sanktionen. Türkei und China sind die Lieblingsziele – und visafrei für Russen. So wie mehr als hundert weitere Länder. Ganz neu als Urlaubsziel ist auch ein Nachbar Russlands, mit dem man sich bestens versteht: Nordkorea. Aber – Auslandsreisen sind teuer, egal wohin. Bleibt der Urlaub im eigenen Land. Mit Abstand beliebtestes Ziel ist die Hauptstadt. Aus dem ganzen Land kommen sie her. Einmal den Kreml sehen. Nicht einmal zehn Prozent aller Russinnen und Russen haben letztes Jahr Urlaub im Ausland gemacht. Noch viel weniger in Westeuropa. Und das nicht nur, weil man jetzt schwieriger an Visa kommt. (Autorin: Ina Ruck / ARD Moskau) / USA: Der amerikanische Traum – Gefahr für Donald Trump? Ein goldenes Zeitalter – das hatte Donald Trump den Amerikanerinnen und Amerikanern angekündigt. "America First" - sein Versprechen. Nun explodieren die Benzin-Preise wegen des Kriegs mit Iran, Krankenversicherungsbeiträge sind für viele US-Bürger gestiegen. Das könnte für den US-Präsidenten zum Problem werden. "Er hat zu viel versprochen", sagt Wirtschaftswissenschaftler Desmond Lachman. Im November stehen in den USA die Midterms, die Kongresswahlen, an. Ihr Ausgang kann die Macht des Präsidenten beschneiden. Und seine Politik beeinflusst das Wahlergebnis. Für den "Weltspiegel" treffen wir in Denver Aubrey Hix und den Barbesitzer Chris Campbell: Was sind ihre drängendsten Probleme? Und wie viel Verantwortung trägt die aktuelle Regierung aus ihrer Sicht dafür, dass viele Teile ihres Lebens teurer geworden sind? (Autorin: Sarah Schmidt / ARD Washington) / Polen: Offene Arme oder Ablehnung für Ukrainer? Man begegnet ihnen auf dem Bau, in Restaurants und Fabriken. Weitgehend geräuschlos haben sich die 1,55 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer in Polen ein neues Leben aufgebaut. Sie fallen ja auch nicht sonderlich auf. Viele haben kleine Unternehmen gegründet und versuchen, sich hochzuarbeiten. Seit Beginn des Angriffskrieges sind sie aus der Ukraine geflohen und geblieben. Anfangs war die Hilfsbereitschaft der polnischen Regierung groß. Doch diese Großzügigkeit stößt mittlerweile an Grenzen - rechte Parteien machen Stimmung gegen die Ukrainer. Staatliche Hilfen hat die Regierung gestrichen, nur wer arbeitet, bekommt Kindergeld. (Autorin: Isabel Schayani / ARD Warschau) / Ungarn: Schicksalswahl für Viktor Orban: Ungarn ist zutiefst gespalten, denn bei dieser Parlamentswahl geht es darum, ob der dienstälteste und wohl umstrittenste Regierungschef der EU, Viktor Orban, abgewählt wird. In den unabhängigen Umfragen führt Oppositionskandidat Peter Magyar. Ehemals selbst in Orbans Fidesz-Partei wurde er als eine Art Aussteiger, Whistleblower und Korruptionsbekämpfer bekannt. Vor allem die GenZ folgt der Opposition auf Social Media und feiert Magyar wie einen Popstar, auch aufgrund seiner klar proeuropäischen Haltung. Währenddessen versucht Orban, die Klientel auf dem Land zu mobilisieren. Er flutet das staatliche Fernsehen und das Netz mit Anti-Brüssel-Kampagnen, schürt Ängste vor Krieg und Massenmigration und versucht, damit über die schlechte wirtschaftliche Lage seines Lages hinwegzutäuschen. Der "Weltspiegel" begleitet die 24-jährige Roza, die eines Tages Landwirtin werden möchte und den 76-jährigen Familienunternehmer Istvankurz vor der Wahl, die schicksalshaft für Ungarn, aber auch für die gesamte EU werden könnte. (Autorin: Anna Tillack / ARD Wien) / Japan: Perlen aus Asche: Familie Maruyama hat vor einiger Zeit ihre Tochter verloren. Aus deren Asche wurden kleine Kugeln geformt, aus denen eines Tages Perlen werden sollen. Eine besondere Form der Seebestattung in Japan, tief versenkt in einer Muschel im Meer. Zusammen mit den Erinnerungen an das Kind. Es ist kein Abschied, vielmehr die Hoffnung auf einen Neuanfang, so die Familie. "Ob eine Perle entsteht, ist reine Glückssache. Manchmal gelingt es, manchmal nicht", erzählt der Perlenzüchter. Die Muschelbänke vor der Küste von Mie, einer Region im Westen des Landes, sind in Japan und darüber hinaus bekannt. Vor mehr als 100 Jahren wurde hier eine Methode zur Perlenzucht erfunden. Und tatsächlich, nach einem halben Jahr: Perle um Perle kommt zum Vorschein. Für die Familie lebt die Tochter somit auf andere Weise weiter, ist sie bei ihnen. (Autor: Ulrich Mendgen / ARD Tokio)